Begleit- und Folgeprobleme

Die Entwicklung von Kindern mit einer Teilleistungsstörung kann je nach den Umständen im Einzelfall günstig oder ungünstig verlaufen. Ohne Unterstützung durch die Eltern und die Schule, schulische und außerschulische Förderung sowie Anwendung der schulischen Ausgleichsmaßnahmen nehmen Teilleistungsstörungen nicht selten einen negativen Verlauf.

Die unzureichende Berücksichtigung der Leserechtschreibstörung bzw. Rechenstörung im schulischen Unterricht führt zu wiederholten Misserfolgserlebnissen. Die betroffenen Schüler*innen leiden darunter, die Leistungserwartungen der Schule, der Eltern oder auch ihre Erwartungen an sich selbst nicht erfüllen zu können. Häufig erfahren sie von Lehrer*innen, Mitschüler*innen oder ihrer Familie Vorwürfe oder Schuldzuweisungen für ihr schulisches Versagen. Sie werden allein auf ihre Schwierigkeiten reduziert, ihre Stärken werden häufig übersehen. Kinder, die durch zahlreiche schulische Misserfolge bereits resigniert haben, sind außerdem nur noch schwer zum Arbeiten zu motivieren.

Bei fehlender Akzeptanz in der Schule und in der Familie entwickeln die betroffenen Kinder häufig ein negatives Selbstkonzept, Ängste und nicht selten seelische Störungen, psychosomatische Krankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten. Es kann zu Schulversagen in allen Fächern kommen. Ein großer Teil der betroffenen Kinder kann keine ihrer Begabung adäquate Schullaufbahn wählen, sondern wird Schularten zugewiesen, in denen sie eigentlich unterfordert sind.

Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie Baden-Württemberg e.V.